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Weichmacher (Phthalate)

Weichmacher sind Stoffe, die spröden Materialien zugesetzt werden, um sie weich, biegsam oder dehnbar zu machen, damit sie einfacher zu bearbeiten sind oder bestimmte Gebrauchseigenschaften erreichen. Sie sind in großen Mengen in Kunststoffen, Lacken, Anstrich- und Beschichtungsmitteln, Dichtungsmassen, Kautschuk- und Gummi-Artikeln sowie in Klebstoffen enthalten. Auch bei der Textilveredlung spielen weichmachende Substanzen eine Rolle, um die Griffigkeit und Geschmeidigkeit zu verbessern. Weichmacher haben neben den gewünschten Eigenschaften den aus gesundheitlicher Sicht wesentlichen Nachteil, dass sie nicht im Material verbleiben, sondern freigesetzt werden. Für ihr Aufkommen in Innenräumen bedeutet dies, dass Sie über die Atemluft (z.B. durch Aufwirbelung von Hausstaub) aufgenommen werden.

Bedeutende Quellen für Weichmacher im Hausstaub und in der Innenraumluft sind Bauprodukte wie PVC-Fußbodenbelägen, Teppichen mit Weichschaumrücken und Schaumtapeten (Vinyltapeten). Sie sind aber auch in Kunstlederbezügen, Tür- und Fensterdichtungen, sofern sie Hart- oder Weich- PVC enthalten, Elektrokabel, manchen Möbeln, die unter Verwendung phthalathaltiger Kleber oder Farben hergestellt worden und Einrichtungsgegenstände, Badewannen- und Duscheinlagen sowie Duschvorhängen enthalten. Verbraucher können versuchen, weitgehend auf mit Weichmachern versetzte Kunststoffe, vor allem auf Weich- PVC, zu verzichten und auf andere Produkte, zum Beispiel aus Polyethylen (PE) auszuweichen.

Weichmacher der chemischen Gruppe der Phthalate sind überwiegend langlebige Substanzen. Die fünf am häufigsten eingesetzten Phthalate sind DIDP, DINP, DEHP, DBP und BBP. Phthalate stellen ein noch schwer kalkulierbares Gesundheitsrisiko dar. Beispielsweise ist Di(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP), ein Weichmacher für PVC, noch in großen Mengen und in sehr vielen Produkten im Innenraum im Einsatz. In Spielzeug für Kinder bis zu drei Jahren ist dieser Weichmacher verboten. Wegen verschiedener negativer Einschätzungen hat die EU-Arbeitsgruppe DEHP als fruchtschädigend und fruchtbarkeitsschädigend eingestuft. Zudem besteht für einige Phthalate der Verdacht auf Störungen des Immunsystems, sowie auf Reizungen der Augen und der Atemwege. Richtwerte für Phthalate im Hausstaub oder der Innenraumluft existieren nicht. Aus Gründen der gesundheitlichen Vorsorge zur Geringhaltung von Phthalaten zu raten.



ausführliche weitere Informationen:

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